Antirepression

Mittwoch, 2. Juli 2008

Vom Münchner zum Asylbewerber

Bei Thomas und Daniel sind Beiträge und Fotos zu der Demonstration vergangenen Samstag in München, die für das Bleiberecht von Mahmut Yilmaz und Serdar Gürboga durchgeführt wurde, zu finden. Die "süeddeutsche" berichtete zum Fall am 04.06.2008:
Mahmut Yilmaz soll zurück in seine Heimat. Das wäre weiter nicht außergewöhnlich, unzählige Ausländer werden Jahr für Jahr ausgewiesen. Doch Yilmaz’ Heimat ist München. Hier lebt der Kurde aus der Türkei seit 27 Jahren, hier lebt seine Familie, hier sind seine vier Kinder aufgewachsen, zwei von ihnen sind hier auch geboren. Gehen soll er vor allem, weil ihm Sympathie zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen wird, und weil er 1996 zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. (...)
Siehe auch carava.net

Samstag, 21. Juni 2008

Große Beteiligung bei Streik der Limter İş in Tuzla

Von der Situation der Arbeiter in der Türkei berichtete trueten.de bereits vor einiger Zeit mit einem Hinweis auf die Rundreise des türkischen Gewerkschaftsaktivisten und Generalsekretärs der Gewerkschaft Limter İş, Kamber Saygili in Stuttgart.

Inzwischen wurden dort einige Berichte zum Streik der Werftrabeiter von Tuzla / Istanbul veröffentlicht. Zu diesem Streik sind auch aus Deutschland einige Solierklärungen eingegangen. Vor kurzem hatte Thomas an einem Gewerkschaftertreffen in der Türkei teilgenommen. Dort berichteten Kollegen von der Schließung der Selah-Werft in Tuzla gegenüber der 4. internationalen Gewerkschafterkonferenz in Gönen/Balýkesir von ihrem Kampf gegen die mörderischen Arbeitsbedingungen, denen in den letzten Jahren 92 Arbeiter zum Opfer fielen. Um die Solidarität zu zersetzen und zu spalten wird die Gewerkschaft Limter-Is als "verlängerter Arm" der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bezeichnet. Dabei spielen die Medien auch hier eine wesentliche Rolle. Hauptsächliches Sprachrohr zur Zersetzung und Spaltung ist für die streikenden Kollegen dabei die weltweit vertriebene türkische Tageszeitung „Hürriyet“, die laut dem Vorsitzenden der Werftarbeitergewerkschaft Limter-İş, Cem Dinc, hierbei auch eine wesentliche Rolle spielt: "Sie versucht mit allen Mitteln unsere Arbeit zu torpedieren", zieht Dinc einen aktuelles Fazit der derzeitigen Lage.

Freitag, 30. Mai 2008

Karlsruhe: Demoanmelder droht Verurteilung - "Kampagne 19. Mai" ruft zu Kundgebung auf

Am 2. Juni steht der Anmelder einer Demonstration vor Gericht: Bei einer Verurteilung drohen ihm 160 Tagessätze bzw. 4800 Euro Strafe. Ihm selbst wird kein Vergehen zur Last gelegt. Nach dem Prinzip "Einer haftet für andere" fordert die Staatsanwaltschaft jetzt die Verurteilung des Anmelders, weil einzelne TeilnehmerInnen der Demonstration gegen Auflagen verstoßen haben sollen.
Mit diesem Verfahren greift die Staatsanwaltschaft einen an, der nichts anderes getan hat, als ein demokratisches Grundrecht in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus war er bereit, die mit einer Demo-Anmeldung entstehenden Pflichten gegenüber den Ordungsbehörden verantwortungsbewusst umzusetzen. In der Konsequenz heißt das zweierlei: Die Staatsanwaltschaft versucht erstens, ein Grundrecht unter Strafe zu stellen, und zweitens ein präventiv-repressives Signal an künftige AnmelderInnen von Demonstrationen zu senden!
Um den Angeklagten solidarisch zu unterstützen, ruft die "Kampagne 19. Mai" zum Besuch des Prozesses um 9.30 Uhr im Amtsgericht Karlsruhe auf. Unmittelbar davor findet eine Kundgebung unter dem Motto "Demonstrationen gehören den Demonstranten" statt.
Wir kritisieren die zunehmende Praxis der Behörden, Demonstrationen bereits im Vorfeld mit schikanösen Auflagen zu belegen. Insbesondere weisen wir darauf hin, dass Polizei und Staatsanwaltschaft vor allem linke Proteste kriminalisieren und zu behindern versuchen. Hierzu zählen neben der strafrechtlichen Verfolgung von AnmelderInnen auch das willkürliche Festsetzen von Anmeldegebühren und aktuell die Verschärfung des Versammlungsgesetzes in Bayern.

Für selbst bestimmte Protestformen!
Gegen die Anklage!
Für das Demonstrationsrecht!

Prozesstermin: Montag, 2.6.2008 um 9:30 Uhr, Amtsgericht Karlsruhe, Saal III, Kundgebung vor dem Amtsgericht um 9:00 Uhr

Mittwoch, 28. Mai 2008

Infoveranstaltung: Revolution und Konterrevolution in Italien

In verschiedenen Städten Italiens bestehen Initiativen, die sich für den Aufbau einer Roten Hilfe einsetzen. Die ReferentInnen aus Italien werden von den aktuellen politischen und sozialen Verhältnissen aus dem spezifischen Blickwinkel ihrer Antirepressionsorganisation berichten. Wie hat sich die Repression in Italien in den letzten Jahren entwickelt? In welchem Zusammenhang stehen diese mit den allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen? Unter welchen Bedingungen findet die Solidaritätsarbeit statt und welche Breite kann sie bislang entwickeln? Abermals wird der 12.02.2007 und die von ihm betroffenen politischen Spektren der klassenkämpferischen Gewerkschaftsbasis, der sozialen Zentren und politischen Widerstandsbewegungen im Zentrum stehen.

Freitag, 30. Mai um 19 Uhr
im Subversiv, Burgstallstr. 54, Stuttgart Heslach (Nähe Haltestelle Bihlplatz U1 & U14)


Die Veranstaltung wird organisiert vom AK Internationalismus Stuttgart | ak-i@gmx.de

Donnerstag, 8. Mai 2008

§129: Gründung eines Bündnisses und ein Interview mit Prozessbeobachtern in Stuttgart

Bei trueten.de wurde heute auf einen wichtigen Termin anlässlich des Verfahrens gegen 5 vermeintliche Mitglieder der DHKP-C in Stuttgart-Stammheim hingewiesen.

In Stuttgart hat sich vor einiger Zeit ein Solikomitee gegründet, das zu den Paragraphen 129, 129a und 129b, zum Prozess, aber auch darüber hinaus arbeiten will. Neben der Information der Öffentlichkeit sind verschiedene Aktionen, darunter auch eine Demonstration am 5. Juli in Stuttgart geplant.

Nun soll die Arbeit auf breitere Beine gestellt und ein Bündnis gegründet werden. Dafür wird es morgen um 19:00 in Stuttgart-Heslach im alten Feuerwehrhaus ein Treffen geben.

Zur aktuellen Situation im Prozess gibt es ein aufschlussreiches Interview mit 2 Aktivisten des Solikomitees zu lesen. Auch wenn ich gegenüber Parteien eher Bedenken hege und auch die DHKP-C nicht konkret einschätzen will, bin ich der Ansicht, daß hier erschreckende Zustände herrschen, wenn man bedenkt, was hier offenbar der Öffentlichkeit vorenthalten werden soll. Aus diesem Grund stelle ich ebenfalls meiner LeserInnenschaft folgendes Interview zur Information vor:

Interview mit Thomas und Lisa vom Komitee gegen §§129, die den Prozess gegen 5 vermeintliche Mitglieder der DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front) in Stuttgart Stammheim
beobachten.


1. Zur Zeit findet in Stuttgart Stammheim ein Prozess nach §129, 129a, 129b gegen vermeintliche Mitglieder DHKP-C statt. Was könnt ihr uns über den Prozess berichten?

Thomas: Also, der Prozess läuft seit dem 17. März und richtet sich gegen A. Düzgün Yüksel, Devrim Güler, Hasan Subasi, Ilhan Demirtas und Mustafa Atalay, denen vorgeworfen wird, Mitglieder der in der BRD verbotenen DHKP-C zu sein. Die DHKP-C ist eine marxistisch-leninistische Partei. Sie ist 1994 aus der Dev-Sol hervorgegangen und wurde 1998 in der BRD verboten. Knapp 4 Jahre später wurde sie auf die US- und EU-Terrorliste gesetzt.

Die meisten der Angeklagten wurden bereits während der bundesweiten Repressionswelle gegen die DHKP-C im November 2006 verhaftet, bei der dutzende Wohnungen und Vereinsräume durchsucht wurden. Besonders hervorzuheben ist die Situation von Mustafa Atalay, der nur 3 Wochen nach einer Bypassoperation in einer Rehaklinik verhaftet wurde und danach in Isolationshaft gesteckt wurde.

Lisa: Ganz konkret wird den Angeklagten neben etlichen anderen eben die Paragraphen 129, 129a und 129b vorgeworfen. Dazu gehört, dass ihnen vorgeworfen wird, Waffen in die Türkei geschmuggelt und Geld für die
Partei gesammelt zu haben. Teilweise wird ihnen auch die Organisation von verschiedenen politischen Schulungen und Aktivitäten vorgeworfen.
Was man noch zur Anklage sagen kann ist, dass sie größtenteils auf Aussagen eines Doppelagenten des MIT, also des türkischen Geheimdienstes, und des BNDs beruhen. Dieser Doppelagent saß sogar wegen Geheimdiensttätigkeiten in der BRD im Gefängnis. Generell werden den Angeklagten aber nur Aktionen in der Türkei und nicht in der BRD vorgeworfen.

2. Wie läuft denn der Prozess ab und wie schätzt ihr die aktuelle Situation ein?


Lisa: Na ja, also der Prozess verläuft recht schleppend, was eben auch durch den Gesundheitszustand von Mustafa Atalay, der wieder unter erhöhtem Herzinfarktrisiko leidet, bedingt ist. Es gibt viele
Unterbrechungen und einige Prozesstage mussten schon mehrmals unterbrochen werden.

Die allgemeinen Bedingungen des Prozesses sind ziemlich spektakulär.
Also nicht nur deshalb, weil der Prozess in dem Prozessgebäude von Stuttgart-Stammheim stattfindet, in dem bekanntlich auch die Prozesse gegen die RAF stattfanden und welcher danach eigentlich abgerissen
werden sollte. Kurz vor dem 17. März wurde speziell für diesen Prozess der Senat zusammengestellt und mit Personen besetzt, die mit der Materie überhaupt nicht vertraut waren und ein Sondergericht für den Prozess installiert.

Thomas: Wenn du den Prozess beobachtest wird dir sofort klar, dass das Ganze ein politischer Prozess ist. Die Meinung des Gerichts scheint schon vorgefertigt zu sein. So werden widersprüchliche Aussagen von BKA Beamten vom Gericht nicht mal richtig wahrgenommen. Die Erklärungen der Angeklagten werden unterbrochen und die Arbeit der Anwälte erschwert, in dem sie z.B. nicht neben ihren Mandanten sitzen dürfen und die übersetzten Akten erst verspätet und mit Fehlern in der Übersetzung von der Bundesanwaltschaft bekommen haben bzw. nur die türkischen Akten bekommen haben. Viele Anklagepunkte basieren auf türkischen Akten, obwohl bekannt ist, dass Folter in der Türkei eine gängige Praxis ist und dass Aussagen unter Folter erzwungen werden.

3. Von dem ganzen Prozess dringt nur wenig an die Öffentlichkeit. Woran liegt das eurer Meinung nach?

Lisa: Das hat viele Gründe. Jede Person, die zum Prozess möchte, wird durchsucht und mit weiteren Schikanen genervt. Dazu kommt noch, dass es verboten ist Zettel und Stift mit in die Verhandlung zu nehmen. Das erschwert es natürlich enorm, sachlich über den Prozess zu berichten.
Nur der Presse ist es gestattet, Schreibutensilien mit in die Verhandlung zu nehmen. Dazu kommt noch, dass die bürgerlichen Medien kein Interesse an dem Prozess haben und zum Prozess nur akkreditierte Journalisten zugelassen sind.

Thomas: Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass es in der deutschen Linken nur wenig Interesse an dem Prozess gibt und der Linken die wirkliche Bedeutung des Prozesses eben nicht bewusst ist.

4. Was ist denn eurer Ansicht nach die Tragweite des Prozesses?


Thomas: Also, das offensichtlichste ist ja, dass unter dem Deckmantel des "Kampfes gegen den Terror" vermehrt fortschrittliche und revolutionäre Organisationen bzw. Personen kriminalisiert werden. Dafür ist der Prozess ja nur ein Beispiel von vielen. Allerdings ist der momentane Prozess in Stuttgart-Stammheim der erste große Prozess nach §129b gegen die linke migrantische Bewegung in der BRD und es wird beabsichtigt, einen Präzedenzfall zu schaffen. Als Maßstab gelten die sog. "Schwarzen Listen", also die Anti-Terror-Listen der USA und der EU.

Lisa: Kommt es zu einer Verurteilung, ist der Weg für die BRD und die Bundesanwaltschaft geebnet, weitere migrantische Organisationen nach §129b zu kriminalisieren. Das Ganze hat auch eine internationale
Dimension und muss eben im Kontext mit den Anti-Terror-Gesetzen gesehen werden. In einigen EU Mitgliedsstaaten gibt es ähnliche Paragraphen und
werden teilweise auch schon angewendet, z.B. wurden in Italien ebenfalls zwei vermeintliche Mitglieder der DHKP-C zu 5 bzw. 7 Jahren Haft verurteilt. Denkt man dieses Szenario mal weiter, dann ist der Weg geebnet für die Kriminalisierung jeglicher internationalistischer Arbeit und der internationalen Solidarität.

5. Wie sieht denn eure Soliarbeit zu dem Verfahre aus?


Thomas: Der Prozess wird regelmäßig beobachtet und wir versuchen, auf verschiedenen Wegen Öffentlichkeit für das Verfahren zu schaffen, was sich als recht kompliziert herausgestellt hat. Wir versuchen, viel Unterstützung aus den verschiedensten Richtungen für die Soliarbeit zu bekommen und versuchen einerseits die Soliarbeit auf eine breite Basis zu stellen und andererseits den politischen Aspekt verstärkt zu thematisieren.

Lisa: Konkret geplant ist am 5. Juli in Stuttgart eine
Antirepressionsdemo, die als Schwerpunkt den Prozess und die Paragraphen 129, 129a und 129b haben wird. Davor wird es eine bundesweite Infotour geben, bei der in verschiedenen Städten über das Verfahren und die politische Bedeutung informiert werden wird.
Quelle, Rückfragen und nähere Informationen: www.no129.info

Mittwoch, 30. April 2008

Webcam im Angebot bei Lidl

Es gibt demnächst günstige Webcams bei Lidl zu kaufen. Ob die ihre Mitarbeiter jetzt nicht mehr beobachten?

webcam

Dienstag, 29. April 2008

Wer im Glashaus sitzt...

... sollte nicht mit Steinen werfen. Das ging mir eben durch den Kopf, als ich bei focus einen Bericht über Schäubles weise Ratschläge an das chinesische Regime vernehmen durfte:

"Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) rief China zur Offenheit im Umgang mit politischen Konflikten auf."

Wenn man dann liest, wie Schäuble mit Kritikern hierzulande umgeht, fällt mir noch ein weiterer Spruch ein:

"Wasser predigen, aber Wein saufen"

Dienstag, 8. April 2008

Hungerstreik beendet; 140 Gefangene befreit, weitere politische Häftlinge fordern ihre Freilassung

Via Chiapas Verteiler:
Eine turbulente Woche in Chiapas: Auf Druck der fast 50 hungerstreikenden politischen Gefangenen verschiedener Bauernorganisationen liess am Montag und Dienstag die Regierung von Chiapas über 140 Gefangene frei, darunter rund 30 Hungerstreikende. Die Freilassungen geschahen im Rahmen einer Revision der Fälle von 300 inhaftierten Indigenas, eine Massnahme, welche Mitte März von der chiapanekischen Regierung mit Hilfe von 100 Anwälten initiiert wurde.
Seltsam ist, dass bis heute die Namensliste der revidierten Fälle wie auch der jetzt freigelassenen nicht bekannt ist. BeobachterInnen in Chiapas äussern den Verdacht, dass darunter auch Indigene aus paramilitärischen Organisationen sein könnten.

Die Freilassungen der Hungerstreikenden geschah ziemlich chaotisch und sind ein Beispiel für den deplorablen Zustand des Justizsystems: Einige Freigelassene aus der Zona Norte, die wegen falscher Anschuldigungen der Paramilitärs von Opddic einsassen, wurden nach dem Verlassen des Gefängnisses kurzfristig wieder verhaftet, ein Anwalt konnte ihre erneute Inhaftierung verhindern. Ihnen wurde zudem von staatlicher Seite angeraten, aus Sicherheitsgründen nicht in ihre Gemeinde zurückzukehren... Ein anderer Hungerstreikender wurde freigelassen und kurz darauf wieder eingekerkert; man habe ihn verwechselt.
Weitere 15 politische Gefangene im Fasten- und Hungerstreik wurden jedoch nicht freigelassen. Darunter ganz offensichtliche Fälle von schweren Justizirrtümern, auch von Gefangenen, die unter Folter Delikte gestanden, die sie nicht begangen hatten und in der Folge zu bis zu 60 Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Einzelne, berührende Schicksale wurden in der Jornada in den letzten Tagen beschrieben (drei Links siehe
unten). Hinzu kommen noch zwei zapatistische Gefangene in Tabasco an der Grenze zu Nordchiapas, welche seit bald 13 Jahren unschuldig im Gefängnis sitzen, beide sind inzwischen gesundheitlich schwer angeschlagen.

Am Samstag hat dann Samuel Ruiz, der emiritierte Bischof von San Cristobal, die verbleibenden Hungerstreikenden, die seit teilweise über 40 Tagen jegliche Nahrungsaufnahme verweigerten, in einem offenen Brief gebeten, diesen abzubrechen. Er versicherte ihnen, dass man auf anderen Wegen alles Mögliche tun werden, um ihre Freilassung doch noch zu erreichen. Er verwies auch darauf, dass der Hungerstreik alles in allem eine sehr erfolgreiche Aktion war und "mehr Resultate ergab, als wir uns erhofften". Die Hungerstreikenden in den Gefängnissen Nr. 5 und 14 haben daraufhin ihren Hungerstreik beendet.

Nun ist es an den Leuten draussen, den Druck aufrecht zu erhalten und die Freilassung der verbleibenden politischen Gefangenen in Chiapas zu fordern.

Man kann dies tun mit der Unterschrift unter die Petition von CIEPAC "Sofortige und bedingungslose Freilassung der politischen Gefangenen" auf: http://www.ciepac.org/documento.php?id3
Sowie mit der Unterschrift unter die Schlussfolgerungen und Empfehlungen der internationalen Menschenrechtskommission, die im Februar in Chiapas,
Oaxaca und Atenco war: http://cciodh.pangea.org/?q=es/taxonomy_menu/3/111

Quellen zu den indigenen politischen Gefangenen, die noch im Knast sind:

Hallan graves irregularidades en el proceso contra tzotzil condenado a 60 años de prisión http://www.jornada.unam.mx/2008/04/04/index.php?section=politica&article6n1pol

Tras torturarlos condenaron a 2 reos que ayunan en Chiapas http://www.jornada.unam.mx/2008/04/05/index.php?section=politica&article0n1pol

En evidencia, desventajas jurídicas para los pueblos nativos de México http://www.jornada.unam.mx/2008/04/06/index.php?section=politica&article0n2pol

Veranstaltungen zu Chiapas/Mexiko in Bern, Genf, Zürich 29.4.-1.5.:
http://www.chiapas.ch

Montag, 7. April 2008

"Vorratsdatenspeicherung - Wie der Staat jeden von uns überwacht"

Der Chaos Computer Club Stuttgart berichtet über zunehmende Datensammlungen und abnehmenden Datenschutz. Und darüber, welche Möglichkeiten man hat, dem Treiben entgegenzuwirken.

Spätestens seit den neoliberalen Experimenten in den 70er Jahren in Südamerika wissen wir: Freie Märkte lassen sich nur mit Unterdrückung durchsetzen. Militärregime greifen dabei ungeniert auf Waffengewalt zurück um gesellschaftliche Veränderungen durchzusetzen. In Demokratien westlicher Prägung funktioniert Umverteilung subtiler: "Reformen" a la Agenda 2010 werden begleitet von einer Verschärfung sogenannter Sicherheitsgesetze. Mit diesen lässt sich Protest schon im Keim ersticken. Begründet wird das Ganze mit einer "latenten" (z.B. Struck, SPD) oder "abstrakten" (z.B. Schäuble, CDU) Terrorgefahr, die allerorten lauert.
Als Beispiele können die Überwachung einiger Organisatoren der Hartz IV Proteste durch den Verfassungsschutz oder die Totalüberwachung und Computerbeschlagnahme bei G8-Gegnern genannt werden. Dass die größten Verfassungsfeinde in den Innen- und Justizministerien von Bund und Ländern sitzen, hat das Bundesverfassungsgericht mehrfach bestätigt.

Eine Auswahl:

2004: Deutliche Einschränkung des Großen Lauschangriffs
2006: Verwerfung des Luftsicherheitsgesetzes
2007: Deutliche Einschränkung von Online-Durchsuchungen, Verwerfung des Gesetzes in NRW
2007: Einschränkung der Videoüberwachung öffentlicher Räume
2008: Verbot der präventiven Kennzeichenerfassung
2008: Vorläufige Einschränkung der Nutzung von Telekommunikationsdaten aus Vorratsdatenspeicherung
2008/ 2009: Verbot der Vorratsdatenspeicherung?


2006 hatte der EUGH die damalige Regelung zur Weitergabe von Fluggastdaten als grundrechtsverletzend bezeichnet.

Aktuell steht in Baden-Württemberg die Neufassung des Polizeigesetzes an. Die Landesregierung will damit Bürgerrechte weiter einschränken und die Kompetenzen der Polizei erweitern. So soll die Videoüberwachung auf alle größeren Menschenansammlungen ausgeweitet werden. Geplant sind auch eine automatische Kennzeichenerfassung und Online-Durchsuchungen. Verhöre vor Ort ohne Anwalt, ein Video-Atlas (gezieltes Aufschalten der Polizei auf Überwachungskameras) und gemeinsame Datenbanken von Polizei und Geheimdiensten sind weitere Punkte auf der Wunschliste von Innenminister Rech. Die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes darf schon jetzt getrost bezweifelt werden, siehe oben.

Die Kommunen wollen dem in Nichts zurückstehen: Vielerorts sind Überwachungskameras installiert, deren Sinnhaftigkeit nicht selten in Untersuchungen negiert wurde. Informiert werden die BürgerInnen darüber zumeist nicht.

Aber auch die Wirtschaft nutzt die neuen Möglichkeiten zur Datenerhebung und- auswertung ungebremst. Ihr Ziel: der gläserne Konsument. Nichtsahnend geben BürgerInnen mehr von sich preis, als ihnen lieb ist.

Welche technischen Möglichkeiten Staat und Wirtschaft für die subtile Überwachung der BürgerInnen zur Verfügung stehen, erläutern Andrea 'Princess' Wardzichowski und Hanno 'Rince' Wagner vom Chaos Computer Club Stuttgart. Dabei geben sie auch Hinweise, wie man sich vor unrechtmäßigem Datenklau schützen kann.

Samstag, 29. März 2008

Wie Du mir...

...so ich Dir:
Mit einer spektakulären Aktion protestiert der Chaos Computer Club (CCC) gegen die fortschreitende Verwertung biometrischer Daten. In der aktuellen Ausgabe der Clubzeitschrift Die Datenschleuder veröffentlichen die Hacker den Fingerabdruck von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.

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