Todesstrafe

Mittwoch, 1. Juli 2009

USA: Maryland vor erneuten Hinrichtungen? Todesstrafengegner fordern zu Eilaktionen auf

Den Beitrag von Thomas für die Mumia Hörbuchgruppedokumentiere ich natürlich.

Im US Bundesstaat Maryland wurden Schritte zur Wiederaufnahme von Hinrichtungen durch die Giftspritze eingeleitet. Die Hinrichtungen mittels Giftspritze wurden 2006 nach Protesten zahlreicher Menschenrechtsgruppen durch ein Moratorium gestoppt, da festgestellt wurde, daß die verabreichten Medikamente den Delinquenten möglicherweise unerträgliche Schmerzen verursachten. Durch den Bestandteil Pancuronium Bromid werden Muskelreaktionen stillgelegt, was dazu führt, daß das Opfer Schmerzen nicht signalisieren kann.

Jane Henderson, Vorsitzende der Bürgerinitiative gegen staatliche Hinrichtungen beurteilt den Zweck der Wirkung des Giftcocktails: "Das dient nur einem bestimmten Zweck: Damit es wie ein friedlicher Tod aussieht".

Sie äußerte sich ebenfalls besorgt darüber, dass über das medizinische Personal die Suche nach anderen Zugängen - etwa wenn diese aufgrund von Drogen oder Insulinspritzen nicht zugänglich sind -  für das sogenannte "Cut-Off" Verfahren, mit dem dem Todeskandidaten die Venen für die Todesspritze geöffnet werden erfolgen könnte. Sie sagte, es würde eindeutig gegen die ethischen Richtlinien für Ärzte und Krankenschwestern verstoßen, sich an einer soclhen Verfahrenswise zu beteiligen.

Die Todesstrafe darf in Maryland nur verhängt werden, wenn eindeutige Beweise, sprich beweiskräftige DNA oder biologische Erkenntnisse, eine Videoaufnahme des Verbrechens oder eines aufgenommen Geständnisses des Mörders die Tat belegen.

Martin O'Malley, Gouverneur des Staates Maryland ist erklärter Gegner der Todesstrafe. Er scheiterte jedoch mit seinen Versuchen, den Senat für die Abschaffung der Todesstrafe in Maryland zu gewinnen. Statt dessen wurde die Überarbeitung der Verfahren bei der Hinrichtung mit der Giftspritze beschlossen. Diese neuen Verfahrensweisen wurden noch nicht durch den  zuständigen Kontrollausschuss genehmigt.

Im Streit um das Verfahren geht es unter anderem darum, dem Todeskandidaten vor der Hinrichtung mehr Zeit mit seinen Angehörigen zu gewähren. Diese sollen ihn nun drei statt bislang vier Stunden vor der Hinrichtung verlassen. Ebenso betroffen ist die bekannte "letzte Mahlzeit".

Die neuen Vorschriften müssen noch durch den Überprüfungsausschuss für Ausschusses für Verwaltungs-, Exekutiv-, Legislativfragen bestätigt werden. Dem Ausschuss sitzen zwei Gegner der Todesstrafe bei, die sich der endgültigen Verabschiedung der Verordnungen entgegesetzen und für öffentliche Anhörungen sind, um den Gegnern der Todesstrafe die Darlegung ihrer Bedenken über die Zusammensetzung des Gift"Cocktails" für die Hinrichtungen und die zynisch anmutende Präsenz von medizinischem Personal bei den Hinrichtungen zu ermöglichen. Vertreter der Kommission befürchten rassistische Vorurteile und die Möglichkeit, daß trotz aller Beweise eine unschuldige Person hingerichtet wird. Der demokratische Senator Paul G. Pinsky, Co-Vorsitzender der Jury Gegner der Todesstrafe sagte: "Wir werden dafür sorgen, daß sich der Ausschuss im Überprüfungsverfahren die Zeit nimmt, gründlich über alle Bedenken zu beraten."

Cindy Boersma, Vorsitzende der "Vereinigung für Bürgerrechte" in Maryland kommentierte die erneuten Vorstöße: "Dies ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem Neustart der Maschine des Todes in Maryland und das ist bedauerlich. Aber gleichzeitig ermöglicht das uns, die Öffentlichkeit weiter gegen die Giftspritze und für öffentliche Anhörungen zu mobilisieren."

Doch wittern gerade auch die Befürworter der Todesstrafe Morgenluft. Scott D. Shellenberger, Staatsanwalt aus Baltimore, sieht die "Todesstrafe in Maryland wieder auf dem richtigen Weg" und daß Vernon L. Evans Jr., dessen Fall der Anlass für das Moratorium war, "der nächste sein könnte, der hingerichtet wird".  Offenbar eine späte Genugtuung für Shellenberger: Er war als Jurastudent in der Staatsanwaltschaft in Baltimore in den 1980er Jahren, als Evans verurteilt wurde, beschäftigt. Er sieht die Auseinandersetzungen scheinbar nur als untergeordnet an: "Ich glaube daran, daß verzögerte Gerechtigkeit im Grunde verweigerte Gerechtigkeit ist" so Shellenberger, denn: "die Todeskandidaten haben alle zahlreiche Beschwerden, das betrifft nicht die Frage der Schuld."

Ob und wann die anstehenden fünf Hinrichtungen letztlich durchgeführt werden, ist momentan unklar und hängt mit von der Mobilisierung und dem Protest der Gegner der Todesstrafe ab. Diese rufen unter anderem dazu auf, sich mit Einwänden gegen die neuen Vorschriften an den zuständigen Ausschuss zu wenden. Diese Möglichkeit ist gerade auch für internationale Gegner der Todesstrafe geeignet. Die Kampagne für ein Ende der Todesstrafe bittet darum, davon reichlich Gebrauch zu machen:

Senatsvorsitzender: Sen. Paul G. Pinsky, paul.pinsky@senate.state.md.us
Vorsitzende des Repräsentantenhauses: Del. Anne Healey, anne.healey@house.state.md.us

Senatsmitglieder:
Sen. David R. Brinkley david.brinkley@senate.state.md.us
Sen. James Brochine jim.brochin@senate.state.md.us
Sen. Richard Colburn richard.colburn@senate.state.md.us
Sen. Jennie Forehand jennie.forehand@senate.state.md.us
Sen. Lisa Galdden lisa.gladden@senate.state.md.us
Sen. Nancy J. King nancy.king@senate.state.md.us
Sen. Alan H. Kittleman allan.kittleman@senate.state.md.us
Sen. Richard StuartMadaleno Jr. richard.madaleno@senate.state.md.us
Sen. Robert A. (Bobby) Zirkin bobby.zirkin@senate.state.md.us

Mitglieder des Repräsentantenhauses:
Del. Eric M. Bromwell eric.bromwell@house.state.md.us
Del. William A. Bronrott william.bronrott@house.state.md.us
Del. Adelaide C. (Addie) Eckardt adelaide.eckardt@house.state.md.us
Del. Brian J. Feldman brian.feldman@house.state.md.us
Del. Keith E. Haynes keith.haynes@house.state.md.us
Del. Dan K. Morhaim dan.morhaim@house.state.md.us
Del. Justin D. Ross justin.ross@house.state.md.us
Del. Michael D. Smigiel Sr. michael.smigiel@house.state.md.us
Del. Paus S. Stull paul.stull@house.state.md.us


Quelle: USA: Maryland vor erneuten Hinrichtungen? Todesstrafengegner fordern zu Eilaktionen auf

Verfasst für: Mumia Hörbuch




Mittwoch, 20. Mai 2009

Berichte zum internationalen Aktionstag für Troy Davis am 19. Mai 2009

Gestern war weltweiter Aktionstag für den Todesstrafenhäftling Troy Davis, dessen Leben ähnlich wie das von Mumia Abu-Jamal stark bedroht ist. Dem Afroamerikaner Troy Davis ist ähnlich wie Mumia Abu-Jamal auch ein Polizistenmord untergeschoben worden.

Hier eine Artikelübersicht, die vom Berliner Free Mumia Bündnis zusammengestellt wurden:

Mumia-Hörbuchgruppe: I Am Troy Davis - Action in Heidelberg, 19.05.09

http://de.indymedia.org/2009/05/251036.shtml

Annette Schiffmann: Kundgebung für Troy Davis in Heidelberg, 19.05.09

http://de.indymedia.org/2009/05/251049.shtml

Mumia-Hörbuchgruppe: Interview mit Heidelberger Anti-Todesstrafenaktivistin

https://linksunten.indymedia.org/de/node/7185

Davis Lawyers File Petition with Supreme Court

http://www.publicbroadcasting.net/wabe/news.newsmain/article/1/0/1507696/Atlanta/Davis.Lawyers.File.Petition.with.Supreme.Court

Democracy Now: Global Day of Action Held to Demand New Trial for Death Row Prisoner Troy Davis, 19.05.09

http://i2.democracynow.org/2009/5/19/global_day_of_action_held_to

Junge Welt: Solidarität mit Troy Davis, 19.05.09

http://www.jungewelt.de/2009/05-19/035.php

Rally planned Tuesday to protest Troy Davis execution, 19.05.09

http://www.ajc.com/traffic/content/metro/stories/2009/05/18/troy_davis_final_appeal.html

Thousands Around the World to Protest Troy Davis' Death Sentence Today. 19.05.09
http://www.bet.com/News/News_Article_TroyAnthonyDavis_DeathRowAppeal.htm??Referrer={0471DDF0-D0D8-48A8-9E30-ADD40CBE0269}

Troy Davis is Still With Us, 18.05.09
http://www.huffingtonpost.com/allison-kilkenny/troy-davis-is-still-with_b_204859.html

Why President Obama should have Georgia on his mind

http://blogs.telegraph.co.uk/neil_durkin/blog/2009/05/19/why_president_obama_should_have_georgia_on_his_mind

Donnerstag, 24. April 2008

Solidaritätserklärung für Mumia Abu-Jamal von Leonard Peltier

Solidarisch zeigt sich Leonard Peltier in einer Erklärung, die bei freace übersetzt veröffentlicht wurde:
Freiheit für Mumia!
Solidaritätserklärung für Mumia von Leonard Peltier

Leonard Peltier
Übersetzung Stefanie Wachowitz





An Mumia Abu-Jamal – meinen Bruder in diesem Kampf, und an Deine Familie, Freunde und Unterstützer.

Ich entbiete Dir meine wärmsten Grüße. Wie passend, nach so vielen Jahren, daß ich Dir nun eine Nachricht sende aus einem Käfig, der in dem gleichen Bundestaat steht wie Deiner.

Vielleicht ist es Schicksal, daß wir beide so nah bei einander eingekerkert wurden, unter ähnliches Umständen, von den gleichen Mächten, die die gleichen Ausreden gebrauchten, für die gleiche Liebe zu unseren Leuten.

Vielleicht ist es Schicksal, daß wir zu der gleichen Wahrheit gelangt sind – daß wir Widerstand gegen die gleiche Unterdrückung leisten müssen.

Vielleicht war es Schicksal, daß es uns unmöglich war, untätig herumzustehen mit der gleichen Brutalität überall um uns herum, und der gleichen uns aufgedrängten Gewalt als einziges Mittel zum Überleben.

Vor die Wahl gestellt uns zum Sterben hinzulegen oder uns zu Erheben, um zu leben, wählten wir das Leben. Uns zu erheben und zu leben ist unser einziges Verbrechen in diesem Land der Freien und der Heimat der Mutigen. Unser Traum ist immer noch lebendig, und wie der hungerstreikende Bobby Sands [a.d.Ü.: Der nordirische Widerstandskämpfer starb 1981 an den Folgen eines Hungerstreiks] einmal sagte: "Du kannst den Träumer einsperren, aber Du kannst keine Ketten um eine Idee legen."

Trotz des Rückschlags für Mumia durch die Verweigerung eines neuen Verfahrens hoffe ich auf die neue Anhörung zur Festsetzung des Strafmaßes. Wie bei so vielen vor uns werden unsere kleinen Siege eines Tages in unserem endgültigem Triumph münden, und wir werden den Kampf bis zu diesem Tag weiterführen. Denn wir sind eins, und wir sind viele. Wir sind ewig, und wir sind zeitlos. Wir sind Crazy Horse, wir sind Geronimo, wir sind Mumia, wir sind Leonard Peltier, wir sind Malcolm X und wir sind Martin Luther King. Wir sind die Stimmen der Gerechtigkeit und des natürlichen Lebens. Wir sind das American Indian Movement, wir sind die Black Panthers, wir sind MOVE, wir sind der Vietcong, wir sind die Irish Republican Army und die Palestinian Liberation Organization.

Wir sind jeder Mann, jede Frau und jedes Kind, die einen Sonnenaufgang im Land der Freiheit und Chancen wünschen, einem Land der Fülle und nicht des Hungers, einem Land der Möglichkeiten ohne Furcht, einem Land des Fortschritts ohne Brutalität. Wir sind nicht nur die Bewohner von Belfast und Pine Ridge, Philadelphia und Gaza. Wir sind Kinder dieser Erde, welche ein lebenswerter Platz und nicht nur ein Ort des Überlebens ist. Ein Platz wo jedes Leben, ganz egal ob es in braune Haut oder schwarze Haut gekleidet ist, in rote Haut oder gelbe, weiße Haut oder Haut irgendeiner anderen Farbe, wertvoll ist vor unserem Gott und gegenseitig voreinander.

Ich bete und ich lebe für den Tag, an dem wir uns als freie Menschen begegnen werden und uns gegenseitig in unseren Gemeinschaften umarmen, mit unseren Familien und der ganzen Welt als Zeugen für unsere Befreiung und unseren Triumph. Denn täuscht Euch nicht, die Welt sieht zu, und unsere Kinder lernen. Und jede Kränkung, jede Beleidigung, jede Ungerechtigkeit, jede Beule, jede Verletzung, jede verlorene Schlacht, jede Sekunde hinter Gittern, wird durch das farbenblinde Lachen unserer Kinder eingelöst werden. Es ist ihre Zukunft, für die wir kämpfen und weshalb wir niemals aufhören werden, die Wahrheit zu sagen.

Freiheit für Mumia!

Im Geiste von Crazy Horse,

Leonard Peltier
Lakota, Anishinabe

Samstag, 12. April 2008

Free Mumia!

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Dienstag, 5. Februar 2008

Kurzvideos der Pressekonferenz der "Journalists for Mumia", 5.12.2007

Zwei knapp 10 minütige Ausschnitte aus der Pressekonferenz der "Journalists for Mumia" durch die die öffentliche Berichterstattung für Mumia in den USA Mitte Dezember ins Rollen gebracht wurde. Es sind einige seiner langjährigen UnterstützerInnen in den USA darin zu sehen. Die Mumia Hörbuchgruppe bittet um Verbreitung der Videos.



Sonntag, 20. Januar 2008

Kampagne gegen die Teilnahme von medizinischem Personal an Hinrichtungen

Im Death Penalty Blog von amnesty USA  wird auf die die "Declaration on the Participation of Health Personnel in the Death Penalty"
aufmerksam gemacht. Diese Erklärung richtet sich gegen die Teilnahme von medizinischem Personal an Hinrichtungen. Anstatt Leben zu erhalten, beteiligen sich diese an staatlich angeordneten Mord. Diese Erklärung kann online unterzeichnet und so unterstützt werden. Wir schließen uns der Bitte von Joachim Kübler von "Keine Todesstrafe - No Death Penalty" an, und bitten unsere Leser um Unterstützung der Erklärung.

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