„Predsednik udruzenja tekstilnih radnika odsekao sebi prst”
Protest mit Selbstverstümmelung: Öffentlicher Aufschrei
Wenn der Lohn nicht kommt, hacken sie sich die Finger ab: Mit Verstümmelungsaktionen machen Textilarbeiter im serbischen Novi Pazar auf ihre unerträgliche Situation aufmerksam. Artikel von Enver Robelli in der Süddeutschen Zeitung vom 28.04.2009. Glücklicherweise scheint die Verstümmelung ein Ende zu nehmen, wie dem nachfolgenden (englischen) Artikel zu entnehmen ist.
http://www.sueddeutsche.de/
Aus dem Text: „....Da trat Zoran Bulatovic vor die Kameras und steckte seinen Finger, den er zuvor abgeschnitten hatte, in den Mund. Der Nachrichtenmoderator hatte gewarnt, die Szene sei besonders brutal. Das entsetzte Publikum konnte nicht sehen, ob Bulatovic seinen Finger tatsächlich verzehrte. Die Szene wurde aus ethischen Gründen nicht gezeigt. Bulatovic betont, er sei kein Menschenfresser. Mit der Aktion habe er nur auf die unerträgliche Lage der 4000 Arbeiter der Textilfabrik Raska im südserbischen Novi Pazar aufmerksam gemacht. Zusammen mit mehreren ehemaligen Arbeitskollegen ist der Gewerkschafter vergangene Woche in den Hungerstreik getreten. Am Sonntag drohten sie mit einer Radikalisierung der Proteste. In der Tageszeitung Blic sagte der sichtlich erschöpfte Bulatovic, nun werde täglich ein Finger abgehackt, bis die Regierung in Belgrad die Gehälter der Arbeiter zahle. "Die da oben haben keine Ahnung, wie es ist, 15 Jahre ohne Lohn zu leben." (...) Der aus Novi Pazar stammende Arbeits- und Sozialminister Rasim Ljajic kam eilends aus Belgrad und flehte die Streikenden an, von ungewöhnlichen Protestaktionen Abstand zu nehmen. An diesem Dienstag soll eine Delegation der Textilarbeiter von hochrangigen Regierungspolitikern empfangen werden.
Streikführer Bulatovic sagte dem serbischen Fernsehsender B92, dass die Proteste weitergehen würden, wenn die Regierung ihre Löhne nicht überweist...“

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