NPD kann Nazi-Rockern ungehindert in Saarbrücken eine Bühne bieten
Am gestrigen Samstag fand in der Festhalle in Saarbrücken- Schafbrücke ein von der NPD Saar veranstaltetes Konzert mit rund 300 Besuchern aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland statt. Zuvor war ein am selben Tag in Baden-Württemberg geplantes Neonazikonzert europäischer Rechtsrock-Bands verboten worden. Die Nazi-Rocker umgingen die Verbotsverfügung, indem sie ihren in Ulm geplanten Auftritt kurzerhand nach Saarbrücken verlegten, wo ihnen die NPD eine Bühne bieten konnte. Die Antifa Saar/ Projekt AK machte darauf aufmerksam, dass bei dem Konzert in Saarbrücken Symbole der verbotenen Neonaziorganisation „Blood & Honour“ verwendet worden seien. Die Polizei sei über diesen Umstand informiert gewesen, hätte sich aber geweigert, einzuschreiten. Saar-NPD-Chef Franz lobte denn auch das „angenehme Zusammenarbeiten“ mit der Polizei.
"Blood and Honour" (deutsch: Blut und Ehre) ist ein Netzwerk von neonazistischen Skinheads, das Nazi-Bands koordiniert und die nationalsozialistische Ideologie in die Skinhead-Bewegung trägt. Personen aus dem Blood-and-Honour-Umfeld sind besonders aktiv bei der zumeist konspirativen Organisation von Konzerten und bei der Herstellung und Verbreitung von Tonträgern mit rechtsextremistischen Inhalten. Der Name hat eindeutigen NS-Bezug. Die Worte „Blut und Ehre“ waren auf den Fahrtenmessern der Hitler-Jugend eingraviert, die Nürnberger Rassengesetze hießen offiziell „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“.
Im Jahr 2003 waren laut einem Bericht des Schweizer Fernsehens (SF) Mitglieder von "Blood and Honour" an einem brutalen Überfall auf zwei Jungen, 15- und 17-jährig, in Frauenfeld beteiligt. Zwei Neonazis schlugen die beiden Jugendlichen nieder und traten ihnen bis zur Reglosigkeit gegen den Kopf, berichtete SF. Der jüngere Mann erlitt schwerste Verletzungen, ein Teil seines Hirns musste entfernt werden. Er wird lebenslang behindert bleiben.
Der stellvertretende Pressesprecher der Antifa Saar/Projekt AK, Alexander Breser, sagte: „Die Saarbrücker Polizei, die Stadtverwaltung und auch die Vertreter des Innenministeriums müssen sich nun die Frage gefallen lassen, wie es sein kann, dass Neonazibands, deren Auftritte für den gleichen Tag in Ulm verboten wurden, ungestört in der saarländischen Landeshauptstadt unter den Augen der Polizei auftreten dürfen und darüber hinaus nicht eingeschritten wird, wenn Symbole verbotener Organisationen gezeigt werden. Ein solches Verhalten kann lediglich auf Sympathien gegenüber den Nazis, Ignoranz oder Inkompetenz zurückgeführt werden.“
Zur Bedeutung solcher Konzerte sagte Breser: „Neonazistische Musik entwickelt sich zunehmend zu einem der wichtigsten Ideologieträger der extremen Rechten. Die zahlreichen Konzerte bieten Möglichkeiten zur Agitation und Einbindung von Jüngeren. Gerade für
jüngere Neonazis ist Musik oft identitätsstiftendes Mittel und ein einfacherer Weg ein rechtes Weltbild zu festigen als durch Flugblätter, Reden und Demonstrationen“.
Die Antifa Saar / Projekt AK will in den nächsten Wochen verstärkt Veranstaltungen zu dieser Thematik anbieten und die Frage zur Diskussion stellen, wie solche Veranstaltungen künftig verhindert werden können.
http://linkszeitung.de/index.php?option=com_content&task=view&id=125044&Itemid=61
"Blood and Honour" (deutsch: Blut und Ehre) ist ein Netzwerk von neonazistischen Skinheads, das Nazi-Bands koordiniert und die nationalsozialistische Ideologie in die Skinhead-Bewegung trägt. Personen aus dem Blood-and-Honour-Umfeld sind besonders aktiv bei der zumeist konspirativen Organisation von Konzerten und bei der Herstellung und Verbreitung von Tonträgern mit rechtsextremistischen Inhalten. Der Name hat eindeutigen NS-Bezug. Die Worte „Blut und Ehre“ waren auf den Fahrtenmessern der Hitler-Jugend eingraviert, die Nürnberger Rassengesetze hießen offiziell „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“.
Im Jahr 2003 waren laut einem Bericht des Schweizer Fernsehens (SF) Mitglieder von "Blood and Honour" an einem brutalen Überfall auf zwei Jungen, 15- und 17-jährig, in Frauenfeld beteiligt. Zwei Neonazis schlugen die beiden Jugendlichen nieder und traten ihnen bis zur Reglosigkeit gegen den Kopf, berichtete SF. Der jüngere Mann erlitt schwerste Verletzungen, ein Teil seines Hirns musste entfernt werden. Er wird lebenslang behindert bleiben.
Der stellvertretende Pressesprecher der Antifa Saar/Projekt AK, Alexander Breser, sagte: „Die Saarbrücker Polizei, die Stadtverwaltung und auch die Vertreter des Innenministeriums müssen sich nun die Frage gefallen lassen, wie es sein kann, dass Neonazibands, deren Auftritte für den gleichen Tag in Ulm verboten wurden, ungestört in der saarländischen Landeshauptstadt unter den Augen der Polizei auftreten dürfen und darüber hinaus nicht eingeschritten wird, wenn Symbole verbotener Organisationen gezeigt werden. Ein solches Verhalten kann lediglich auf Sympathien gegenüber den Nazis, Ignoranz oder Inkompetenz zurückgeführt werden.“
Zur Bedeutung solcher Konzerte sagte Breser: „Neonazistische Musik entwickelt sich zunehmend zu einem der wichtigsten Ideologieträger der extremen Rechten. Die zahlreichen Konzerte bieten Möglichkeiten zur Agitation und Einbindung von Jüngeren. Gerade für
jüngere Neonazis ist Musik oft identitätsstiftendes Mittel und ein einfacherer Weg ein rechtes Weltbild zu festigen als durch Flugblätter, Reden und Demonstrationen“.
Die Antifa Saar / Projekt AK will in den nächsten Wochen verstärkt Veranstaltungen zu dieser Thematik anbieten und die Frage zur Diskussion stellen, wie solche Veranstaltungen künftig verhindert werden können.
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racethebreeze - 1. Jul, 23:40
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